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Lebensraum DER WINDWATTEN

Etwa 140 Hektar misst die Wattfläche an der Westseite der Schleimünder Halbinsel. Wegen ihrer Eigenart und nicht zuletzt ihrer ökologischen Bedeutung als Hauptnahrungsgebiet der brütenden oder rastenden Seevögel gehört sie zum Naturschutzgebiet Schleimündung. Nicht viele Arten ertragen die extremen Lebensbedingungen im unregelmäßigen Wechsel von Überschwemmung und Trockenheit. Hier sind eher die Spezialisten vertreten, die dann aber oft in großer Zahl und Dichte.

Im Sand und im Schlick...

Wenn anhaltende Westwinde den Wasserstand der Schlei sinken lassen und die Wattflächen trocken fallen, lassen die typischen Lebensspuren auf der Wattoberfläche auf den zugehörigen Bewohner schließen. Man findet die ovalen Bodenöffnungen der Sandklaff- und Herzmuscheln sowie der Wattschnecke und die besonders auffälligen Fresstrichter und Kotschnüre des Sandwurms. An manchen Stellen fallen die sternförmigen Fraßspuren des kleinen Schlickkrebses ebenso ins Auge wie die unregelmäßig verzweigten Gänge des Seeringelwurms.

 

Mit der Erwärmung des seichten Wassers im Frühjahr sind einige dieser Wattbewohner auf dem Sediment kriechend oder frei schwimmend zu beobachten. Der Wattkrebs verlässt häufig seine Wohnröhre und schwimmt mit kräftig schlagenden Brustbeinen. Auch bei der Jagd sind ausgewachsene Seeringelwürmer zu beobachten, wenn sie andere Ringelwürmer, Fischlarven oder Schlickkrebse mit ihrem kräftigen Kieferpaar fangen. Wohl nur sehr selten wird man den Sandringelwurm kriechend oder im Wasser schwimmend betrachten können. Umso auffälliger sind Trichter und dazu gehöriger Kothaufen seiner U-förmigen Wohnröhre in den Windwatten.

In den tieferen Bereichen des Sandwatts siedeln die Muscheln. Die Sandklaffmuschel gehört zu den größten und am tiefsten siedelnden Wattbewohnern, die Herzmuschel hingegen liegt unmittelbar unter der Oberfläche. Über ihren kurzen Siphon leitet sie einen beständigen Wasserstrom durch ihren Körper. Der komplizierte Kiemenapparat filtert dabei feinste Nahrungspartikel aus dem Wasser.

...und oben drauf

Die Strandschnecke ist ein typischer Vertreter der Oberflächenbewohner. Ihre schleimigen Verzehrspuren auf schlickreichem, mit dichtem Kieselalgenrasen überzogenem Wattboden treten deutlich in Erscheinung. Trockenzeiten übersteht sie zurückgezogen in ihrem Gehäuse. In wassergefüllten Schlenken der oberen Wattzone kommen auch die Wattschnecken vor, die kurze, gewundene Weidespuren auf dem nassen Sandboden hinterlassen. Bevorzugt auf festem Grund finden sich dagegen die Miesmuscheln, zumeist in dichten Herden und in Gesellschaft von Blasentang und Seepocken.

Weniger durch ihre Häufigkeit als durch Größe und Beweglichkeit fällt die Strandkrabbe auf. Ihr Hauptvorkommen hier liegt in den kaum drei Meter tiefen Flachwasserzonen der äußeren Schlei. Ein besonderes Überwinterungsquartier wurde Mitte der 70er Jahre entdeckt. Es liegt in etwa fünf Meter Tiefe am Südhang des zur Fahrrinne recht steil abfallenden Wattsockels. In bis zu ein Meter hohen und teils ebenso tiefen waagerechten Spalten sammeln sich während der kalten Jahreszeit tausende Strandkrabben in dichten Trauben. Die Inspiration für Frank Schätzings "Der Schwarm"?

 

 

 

Die Strandkrabbe überstehen auch ein mehrstündiges Trockenfallen unbeschadet, da die Kiemenhöhlen mit den Kiemen die Feuchtigkeit gut halten können.