Willkommen auf der Website der Lotseninsel Schleimünde

Dorsch, Hering, Scholle & Co.

Die Ostsee ist ein sehr spezielles Gewässer. Mit nur einer schmalen Verbindung zum freien Ozean ist ihr Wasser weitaus salzärmer als andere Meere - die Ostsee ist ein Brackwassermeer. Im Kattegatt liegt der Salzgehalt noch bei 30 Promille, in der Kieler Bucht bei etwa 16 und in der zentralen Ostsee nur noch um acht Promille. Im Bottnischen und Finnischen Meerbusen schließlich herrschen fast Süßwasser-Verhältnisse. Die Pflanzen und Tiere der Ostsee sind anpassungsfähig, sie stammen sowohl aus dem Meer als auch den Seen und Flüssen des Ostseeraumes und sind auf diese Weise in einem einzigartigen und empfindlichen Ökosystem vereint.

Kutter vor Schleimünde

Die Artenzahl der Fische in der Ostsee ist geringer als in der Nordsee, weil sich nicht alle an den niedrigen Salzgehalt anpassen können. So fehlen z.B. die Haie und Rochen und andere, wie der Schellfisch kommen nur mit einem Schub salzhaltigeren Wassers in größerer Zahl in die westliche Ostsee. Dafür leben in der stark ausgesüßten Schlei auch viele Süßwasserfische zusammen mit Meerestieren.

Was im Großen für die Ostsee gilt, gilt im Kleinen für die Schlei: durch den abnehmenden Salzgehalt von Schleimünde bis Schleswig wandeln sich die Lebensbedingungen des Meeres zu denen von Seen und Flüssen. Auch in der Schlei kommen Salzwasser- und Süßwasserfische nebeneinander vor, in dem seewärtigen Abschnitt vorwiegend Plattfische und Hering, in der Innenschlei - etwa ab Arnis - vorwiegend Stint, Hecht, Brassen, Weißfische und Barsch. Der Aal wird in der ganzen Schlei gefangen, in Kappeln geräuchert und vermarktet.

Heringszaun in Kappeln

Der Hering war im Bereich der Schleimündung der wirtschaftlich wichtigste Fisch. Die Frühjahrs- und Herbstheringe sammeln sich in großen Schwärmen und ziehen zur Laichzeit in die Schlei. Früher wurde der Hering auch westlich der Lotseninsel mit, den Heringszäunen ähnlichen, Bundgarnen gefangen. Da die Bundgarnfischerei in der Handhabung aufwändig ist, hatten sich die Maasholmer Fischer zu einer Genossenschaft zusammengeschlossen. Bundgarne werden heute nicht mehr eingesetzt und der Heringszaun in Kappeln ist der letzte seiner Art in der Schlei.

Plattfische wie Scholle, Flunder, Kliesche oder Steinbutt fallen durch ihre abgeplattete und verbreiterte Körperform auf. Unterscheiden sich die Larven dieser Fische kaum von denen anderer Arten, ändern die Plattfische im Lauf ihrer Entwicklung die Schwimmweise. Sie legen sich auf eine Körperseite, wobei das nach unten gerichtete Auge allmählich auf die nun oben liegende Körperhälfte wandert.

 

Beim Knüpfen von Fischernetzen werden mit einer Netznadel hunderte Knoten aneinandergereiht. Verwendet wird der Schotstek.