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Der kleine Hafen von Schleimünde

Lange war er natürlich der Liegeplatz für das Boot des Lotsen. Unterstützt von seinen Gehilfen fuhr er früher in seinem offenen Kahn mit den typischen zwei sprietgetakelten Masten, später dann mit dem motorisierten Lotsenversetzboot, den ein- und auslaufenden Schiffen entgegen, um sie durch die Schleimündung zu führen und ihnen den Weg in das Fahrwasser zu weisen.

Hier an der geschützten Rückseite der Lotseninsel entlud man aber auch Waren und Material für Bau und Instandsetzung der Gebäude und Anlagen, auch das Petroleum für die Lampe des Leuchtturms. Hier kamen die Schiffer an Land, um sich die Wartezeit auf günstigeren Wind in der Giftbude zu verkürzen. Hier landeten Arbeitskräfte, Leuchtturm- und Nebelhornwärter, manchmal Soldaten, Zollbeamte, Hafenmeister, Ausflügler, Badegäste, Vogelkundler...

Ein Verein rettet den Hafen

Nach dem Abzug der Lotsen 1980 verlor der Hafen seine ursprüngliche Bedeutung. Von der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung wurde er zunächst noch als Schutz- und Nothafen offen gehalten. Im Winter 1997 stand die Schließung aus Kostengründen unmittelbar bevor. Der bei Seglern und Wassersportlern beliebte Hafen sollte gesperrt werden. Aber acht an der Schlei beheimateten Segelvereinen und dem Verein Jordsand gelang es, als „Verein naturnaher Wasserwanderplatz Schleimünde e.V.“ die Anlage zu pachten und weiterhin für Mitglieder und Gäste offen zu halten. Die Idee fand Anhänger und inzwischen hat sich der Kreis der Unterstützer auf 24 Vereine aus der Region von Flensburg bis Kiel erweitert.

In Eigenregie wurden durch die Mitglieder des gemeinnützigen Vereins und mit viel Enthusiasmus die Steganlagen saniert und die unbeliebten Mooring-Bojen durch Pfähle ersetzt, die ein problemloses Anlegen ermöglichen. Strom- und Wasserleitungen wurden gelegt, die Sanitärräume mit Duschen ausgestattet, der Hafen gegen den Wellengang der Ostsee und der Schlei abgesichert, die Außenanlagen betreut. Seither laufen auch wieder mehrere Fahrgastschiffe mit ihren Tagesgästen während der Sommersaison den Landungssteg des Schleimünder Hafens an.

Schleimünde - ein naturnaher Wasserwanderplatz

Wegen seiner Insellage inmitten der Naturschutzgebiete der Schleimündung kann der Hafen der Lotseninsel nicht die gleichen Leistungen für die Sportschifffahrt bereithalten wie andere. Die Versorgung mit Trinkwasser, elektrischer Energie und Lebensmitteln ist begrenzt, ebenso die Entsorgung von Abwasser. Alle Abfälle aus Kombüse und Küche müssen wieder mit zurück ans Festland. Und im Notfall können Feuerwehr und Krankenwagen die Lotseninsel nicht über eine Straße erreichen. 

Schleimünde ist ein naturnaher Wasserwanderplatz, der seinen Gästen Gelegenheit zu einem Naturerlebnis bietet. Damit dies auch so bleibt, setzen die "Insulaner" auf die aktive Unterstützung der Besucher auf der Lotseninsel Schleimünde.

 

Hannes Schlie...

...heisst die Statue an der Westbrücke. Sie ist ein Geschenk des Bildhauers Jonas Kötz aus Krautsand, selbst lange regelmäßiger Gast auf der Lotseninsel.

Zur Einweihung 2004 erhielt Hannes Schlie noch eine goldene Krone als Möwen-schutz. Das Besondere an der Statue: sie ist aus dem oberen Ende eines sechs Meter langen Pfahls herausgearbeitet, der über 80 Jahre im Hamburger Hafen stand. Als er aus dem Hafenschlick gezogen wurde, um einer neuen Kaianlage Platz zu machen, zeigte er sich unversehrt.





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