Willkommen auf der Website der Lotseninsel Schleimünde

Der Leuchtturm

Der Schleimünder Leuchtturm, Wahrzeichen der Lotseninsel und wichtiges Leuchtfeuer für die Einfahrt in die Schlei, steht seit 1871 auf der damals neu erbauten Nordmole. Er ersetzte den bereits zehn Jahre zuvor an gleicher Stelle errichteten kleineren Vorgänger. Der fast 15 Meter hohe Turm wurde aus gelbem Ziegel erbaut und trug zunächst eine Laterne mit Petroleumbrenner und Gürtellinse von 400 mm Brennweite. Das rote Licht war schon damals 12 Seemeilen weit sichtbar. Die Linse ist heute noch im Einsatz, das Licht erzeugt dagegen inzwischen eine 500 Watt starke Halogenlampe.

Über das äußere Erscheinungsbild, das der Leuchtturm haben sollte, gab es offenkundig wechselnde Vorstellungen. Kein anderer Leuchtturm wurde so oft umgemalt wie dieser. Zunächst war er ziegelgelb, ab 1890 dunkelgrau, dann wieder gelb, ab 1910 hellgrau, ab 1920 schachbrettartig rot und weiß gewürfelt mit rotem Gesims und grauer Laterne, dann schwarz und weiß gewürfelt. Bis 2015 war er ein mit Kunststoffplatten verkleideter weißer, runder Turm mit schwarzem Band und einer schwarzen Laterne auf einer Galerie. Heute trägt er nach umfangreicher Renovierung ein grünes Band auf weißem Grund und eine grüne Laterne.

Ferner Leuchtturmwärter

Einen Leuchtturmwärter gibt es auch auf der Lotseninsel längst nicht mehr. Der letzte deutsche Leuchtturmwärter überhaupt verließ 1986 in Eckernförde seinen Posten. Das Leuchtfeuer auf der Lotseninsel Schleimünde arbeitet heute automatisch und wird von Mitarbeitern des Wasser- und Schifffahrtsamtes in der Verkehrszentrale Travemünde  fernüberwacht. Die Halogenglühlampe sorgt hinter der Gürtellinse dafür, dass das Licht auch in etwa 15 Seemeilen Entfernung noch gesichtet werden kann.

Die Energieversorgung geschieht heute über das örtliche Stromnetz. Gerade erst im Frühjahr 2009 wurde ein neues Stromkabel von Olpenitz kommend unter der Schleimündung hindurch zur Lotseninsel verlegt. Sollte der Strom dennoch einmal ausfallen, übernimmt ein Notaggregat die Stromversorgung. Bis vor wenigen Jahren lieferte auch eine Windkraftanlage elektrische Energie für die Lotseninsel.

 

Leuchtfeuer und Kennung

Leuchtfeuer dienen zur Navigation vor allem in der Nacht. Neben den gebräuchlichen Farben Weiß, Rot und Grün gibt die Kennung Auskunft über Abfolge und Art der Licht- und Dunkelphasen eines Leuchtfeuers.

Der Schleimünder Leuchtturm zeigt in unterschiedliche Richtungen rotes bzw. weißes Licht als Blinkfeuer: einem Lichtschein von 2 Sekunden Dauer folgt eine Dunkelphase von 3 Sekunden, nach dreimaliger Wiederholung folgt eine 8 Sekunden dauernde Dunkelphase. Der insgesamt also 20 Sekunden dauernde Takt beginnt danach von vorn.

Auf der Seekarte ist daher für Schleimünde verzeichnet:

Blk (3) w.r. 20s

weiterführende Links:

Seekarten aus Arnis