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Im Garten der Lotseninsel

Die Fläche zwischen Lotsenhaus und Giftbude ist einer der schönsten Plätze auf der Lotseninsel. In den vergangenen Jahren wurde sie neu gestaltet und Platz geschaffen zum Verweilen und Genießen. Kleine Wege führen nun zu Strandkörben, die zur freien Benutzung bereit stehen.

In einer aufwändigen Aktion wurde die allgegenwärtige Kartoffelrose Rosa rugosa entfernt, die weite Teile der Lotseninsel und angrenzende Flächen des Naturschutzgebietes Schleimündung erobert hatte und durch Strandhafer ersetzt. Auch wurden Gehölze aus der benachbarten Geltinger Birk angepflanzt, darunter Eichen und die heimische Weiche Rose, Rosa mollis. Sie taten sich anfangs schwer mit dem Anwachsen auf dem kargen Boden. Und besonders der Wind aus östlichen Richtungen bringt Salz und verbrennt die noch jungen Blätter.

Am Lotsenhaus wurden Hochbeete aufgesetzt, auf denen Gemüse, Salat und Kräuter gedeihen.

Vor etwa 50 Jahren wurden einzelne Exemplare der Kartoffelrose entlang des Wegs vom Lotsenhaus zum Hafen angepflanzt. Die attraktiven Rosenblüten sollten das Grundstück bereichern, ihre Wurzeln den mageren Sandboden festhalten, denn Rosa rugosa ist anspruchslos, winterhart und salzertragend.

Mit ihren unterirdischen Ausläufer ist die um 1850 aus Japan eingebürgerte Rose aber so erfolgreich bei der Ausbreitung, dass sie andere heimische Pflanzen fast vollständig verdrängt und inzwischen vielfach das Landschaftsbild der Küsten bestimmt.

So ansprechend die Rose mit ihren duftenden Blüten auch ist, die Veränderung der natürlichen Vegetation und die Herabsetzung der Strukturvielfalt der Landschaft macht sie auch jenseits des Gartenzauns zum Problem für den Arten- und Biotopschutz insbesondere in Naturschutzgebieten an der Küste. Denn einmal angesiedelt in der freien Natur ist ihre Ausbreitung nur mit großem technischen und finanziellen Aufwand zu begrenzen.

Rosa aus Ostasien

Seit ihrer Einbürgerung hat sich die Kartoffelrose von den Anpflanzungen aus vor allem im Küstenbereich ausgebreitet und ist heute an Nord- und Ostsee häufig. Problematisch sind die Dominanzbestände in den Küstendünen. Besonders die jüngeren Dünenentwicklungsstadien der Graudünen sind betroffen. Auch in küstennahen Krähenbeerheiden und Standnelkenrasen ist die Kartoffelrose eine Gefahr für die Artenvielfalt.